Morning is a long way home

Ein komischer Titel nicht wahr?! Tatsache ist, dass mir dieser Titel bei diesem Beitrag als erstes spontan eingefallen ist. Dieser Titel stammt von einem Gitarristen – Leo Kottke – und er stammt aus der Zeit, von der dieser Beitrag berichtet.

Damals war ich am Lernen dieses Instruments und all meine Gefühle, meine Gedanken, Sorgen, Probleme und Erlebnisse in verschiedenen Situationen, öffneten sich mit jedem Ton beim Spielen der Gitarre.

Und dann hörte ich eines Tages diesen Song. Es brach förmlich aus mir heraus; ein Schwall an Emotionen, welche mich erdbebenartig überfluteten. Ich weiß nicht mehr, wie viele Male ich dieses Lied gehört habe, aber das Lied und der Titel wurden ein Meilenstein in meinem Leben, in meiner “Wanderung des Lebens”.

Steil und dunkel

Ein sehr steiniger und steiler Weg lag vor mir, der mich einerseits in sehr hohe (emotionale) Höhen brachte – angetrieben durch meine Unruhe, mein Drang alles von “oben sehen zu wollen” – eine Form des ADS, was ich damals aber noch nicht wusste.

Andererseits kam mir es manchmal vor, als wandere ich durch die Nacht; überall Dunkelheit und (symbolische) „Gestalten“, deren bedrohliche Nähe mir Angst machten oder eine tiefe Unsicherheit erzeugten. Ich wusste nichts, hatte nicht viel Ahnung (davon aber sehr viel), war (oberflächlich gesehen) zwar ein fröhlicher Mensch, der im Umgang mit Menschen immer Stimmung reinbrachte.

Aber tief in meinem Inneren war ich der “Lobo”, der einsame Wolf, der am liebsten allein und nachts durch die “dunklen Wälder“ streifte.

Morning is a long way home

Das einzigste was ich tief im Inneren spürte war, dass der “Morgen” ein langer Weg nach Hause – also zu mir selber – sein würde. Aber, wie ich dahin kommen sollte und welche eventuellen Gefahren und Hindernisse auf mich lauern würden, das konnte ich im Geringsten nicht einmal erahnen.

Wie viele Dimensionen?

Für den einen oder anderen Leser dieser Beiträge mag einiges (vielleicht sogar vieles) sehr verwirrend sein. Ich habe versucht, in diesen teils sehr persönlichen Beiträgen die Schlüsselszenen und/oder -gedanken zu erklären, was nicht immer einfach gewesen ist.

Tiefe Abgründe und eine Erbschaft

Das, was ein Mensch HEUTE darstellt, ist das Ergebnis einer jahrelangen Modellierung seiner Persönlichkeit, seines Seins. Gewisse Züge und Ebenheiten sind erblich, welche sich nur sehr schwer ändern lassen, dazu kommt auch das Wissen (oder NICHT Wissen) darum.

Wenn man nicht weiß, dass man diesen oder jenen erblichen Anteil hat, kann man nicht entsprechend reagieren – ob positiv oder negativ. Des Weiteren kommt auch noch die “Angst” oder der “fehlende Mut”, sich diesen “Dämonen” der Vergangenheit zu stellen. Davor haben die allermeisten sowieso die größte Angst. Ein weiterer Aspekt ist, dass es nicht wenige gibt, die das Wissen hätten, sich aber nicht ändern wollen oder manchmal gar nicht können!

Weitere Faktoren sind die Umwelt, die soziale Erziehung, die Intelligenz, der “Lebensmut”, die Energie und damit das “Kämpfen” und das soziale Umfeld, in dem man groß wird und/oder aufwächst. Es können hinderliche Faktoren sein, müssen aber nicht dazu beitragen, dass man diese Abgründe der Vergangenheit los werden will.

Erinnerungen und Narben

Nichtsdestotrotz stecken in jedem von uns Erinnerungen aus der Kindheit, die wir gerne verschweigen, nicht gerne erlebt hätten, oder gerne loswerden würden. Das ist unsere Startposition. Manche erleben dies körperlich, andere wieder mehr auf der seelischen Basis oder in einer Kombination von beiden.

Das Prinzip bleibt jedoch das Gleiche und die Narben und Wunden sind oft dieselben; die lange brauchen um zu heilen und manche verheilen nie! In nicht wenigen Fällen haben sich die seelischen Narben sehr stark auch in körperliche Beschwerden manifestiert.

Der Kampf des Lebens

Es gibt Menschen im Leben, die in irgendeine Situation hinein schlittern – oder manövriert werden – und die scheinbar willenlos, der Situation folgend und sich – ohne zu hinterfragen – in den gähnenden Abgrund des Verderbens stürzen.

Dann gibt es welche, die das zwar eine Zeitlang genauso tun bzw. akzeptieren, aber irgendwann “wach” werden und sich “umdrehen” und gegen den Strom, gegen die anrennende Masse laufen. Und dann gibt es die Kämpfer, die von Anfang an dagegen anrennen.

Ich persönlich zähle mich zu den mittleren; zu denjenigen, die das eine ganze Zeitlang mehr oder weniger stillschweigend akzeptierten. Die mittleren und die letzten, die Kämpfer, sind diejenigen, die es am schwersten haben.

Auch wenn dieser Weg sehr tränenreich und mit vielen Schmerzen bestückt sein kann, ist er es trotzdem wert, begangen zu werden. Das, was hier in kurzen Sätzen beschrieben worden ist, kann im richtigen Leben ein jahrelanger Prozess sein.

ADSLer haben sehr oft ein Kampfgeist, der nie besiegt werden kann, ein Optimismus, der Außenstehenden oft Angst macht und den viele versuchen lächerlich zu machen.

Bin ich ADSLer?