Kindheit und Jugend

Als Kind oder Jugendlicher wäre ich sicher froh gewesen, wenn das ADS von meinen Eltern bzw. vom Arzt erkannt worden wäre. Trotzdem habe ich es intuitiv geschafft in der Schule und im späteren Leben FILTER einzubauen, die mir geholfen haben, viele Schwierigkeiten zu „ertragen“ oder zu umgehen. Das Schlimmste war, die Angst zu überwinden und durch diese „enge Gasse“ zu gehen, ohne zu wissen, was einem dahinter erwartet.

Jugend

Verstanden habe ich das nie. So habe ich mir eine virtuelle Welt geschaffen, in der ich FREI sein konnte. Dort durfte ich alles tun, was mir in der wirklichen Welt verboten war.

Sensibilität

Die meisten ADSler sind hypersensibel/hochsensibel. So sensibel, dass sie viele Dinge/Situationen erahnen und „vorausschauen“ können. Das wiederum bringt ihnen den Ruf ein „Besserwisser„, fast ein „Magier“ zu sein. Nicht wenige Menschen haben den (leider falschen) Eindruck, als wenn man mit einer „anderen Macht“ in Verbindung stehen würde. Dieser Vorwurf trifft einen ADSler meist sehr persönlich – es verletzt ihn – und so zieht er sich (noch) mehr und mehr in seine Welt zurück.

Kunst und Strukturen

Ich war in Musik immer sehr gut, weil es mich faszinierte. Künstlerisch sind ADSler sehr kreativ, aber sie haben in strukturellen Dingen oft Schwierigkeiten oder Probleme.

Jegliches Scheuklappendenken, Subjektivität, Fanatismus (auch religiöser) eckt bei einem ADSler an! Und je nach Typus hat ein ADSler Probleme mit Menschen, die in eingefahrenen Strukturen leben. Wobei es ADS Typen gibt, die genau solche Strukturen brauchen!

Diskussionen

Wie oft führte ich über diverse Themen mit anderen „heiße oder kontroverse Diskussionen„. ADSler können nur bis zu einem gewissen Grad still sein, oder schweigen. Dann platzt es aus ihm raus, was in den allermeisten Fällen in unschönen Vorwürfen und/oder Streitgesprächen endet.

Geiz und Kreativität

ADSler können einem das letzte Hemd geben, und sich fürchterlich über Geizhälse aufregen! Nicht selten wird die Gutmütigkeit des ADSlers ausgenützt. Sobald ein ADSler das merkt, zieht er sich in seine „Burg“, hinter die dicken Mauern zurück und lässt selten jemand wieder hinein.

Vielfach lässt er aber auch gewisse Punkte nicht einfach so im Raum stehen und diskutiert sehr offen und direkt darüber, was beim Gegenüber meistens in eine peinliche Reaktion und damit in eine Abwehrhaltung führt und – wie schon erwähnt – zu einem konfrontativen Streitgespräch führt. Der Gesprächspartner fühlt sich „ertappt“ und die meisten haben es überhaupt nicht gern, wenn sie offen und direkt auf Meinungen und/oder Gegensätzlichkeiten angesprochen werden.

Akzeptanz und emotionale Nähe

Menschen, die aus irgendwelchen Gründen ADSler angreifen (weil sie deren Meinung nicht verstehen (wollen), weil sie Mühe mit ihnen haben usw.), werden sehr rasch aus der „emotionalen Nähe entfernt„.

Das Wesen des ADSlers erscheint für einen Außenstehenden oft unlogisch, emotional und/oder chaotisch. Für ihn (dem ADSler) ist es aber der beste Weg seine Sprunghaftigkeit halbwegs im Griff zu behalten. Er muss alles als „Spiel“ ansehen. Dann schafft er jede Hürde, jede Aufgabe! Baut man Druck auf ihn aus, wird es kritisch; in jeder Hinsicht.

Leider verstehen die meisten nicht das Wesen und Signale und nehmen ihm – anstelle geduldig zu erklären und zu zeigen – oft Arbeiten und/oder Verantwortungen ab. Dem ADSler tut das sehr weh und bremst seine Motivation sehr aus bzw. bringt sie zum Stillstand.

ADS – von wem?

Es hat Jahrzehnte gebraucht, bis ich herausfand, von WEM ich das ADHS haben könnte. Bei mir ist es mütterlicherseits. Wenn überhaupt, dann war früher die übliche Meinung, dass sich das ADS/ADHS mit dem Erwachsenwerden, aus“wächst“.

ADS/ADHS wird oft selbst von Fachleuten gar nicht erkannt. Die Analyse geht eher in Richtung „Quengler„, hyperaktiv usw. Beispiele aus „alter Zeit“ dafür sind: „Struwwelpeter“ / „Hans-Guck-in-die-Luft“ / „Suppenkasper“ und „Zappelphilipp„.

Morning is a long way home