Berufsleben oder Schule

Auch ein ADSler „muss“ arbeiten und seine Brötchen verdienen. Manche haben tolle Jobs und andere quälen sich ein Leben lang herum, mit Arbeitslosigkeit und den damit oft verbundenen Gefühlen der Wertlosigkeit, Melancholien und Depressionen usw.

Was tun?

Im Buch von Lyn Weiss „ADS im Job“ ISBN-Nr. 978-3-87067-994-1 Verlag Brendow, ist zu lesen wie ADS im Berufsleben wirkt und was getan werden kann, um gewissen Dingen und Missverständnissen vorzubeugen.

Organisation und Pünktlichkeit

Diese beiden Punkte führen immer wieder zu Diskussionen und Problemen am Arbeitsplatz. Auch die Einrichtung des Arbeitsplatzes, die Zeit, „Werkzeuge“ usw., was alles entscheidende Fähigkeiten für das Überleben im Beruf sind.

Für Menschen mit ADS sowie deren Arbeitskollegen kommt es gerade in diesem Bereich oft zu erheblichen Frustrationen und Schwierigkeiten. Das Perfide daran ist, dass ein ADSler – zumindest am Anfang – versucht sich dem System anzupassen, es ihm aber im Laufe der Zeit immer weniger gelingt.

Arbeit annehmen – bis zum Abwinken

Das ist einer der größten Probleme für einen ADSler! Der ADSler nimmt in den allermeisten Fällen viel zu viel Arbeit an. Es ist eine Mischung aus Gutmütigkeit, nicht „Nein-sagen-können“ und vielleicht auch ein wenig die Angst dabei, seinen Job zu verlieren.

Irgendwann kommt der Zeitpunkt , wo sich die Arbeitssituation bei ihm verinnerlichen kann, wo ihn die Arbeit nicht mehr loslässt. Die Gedanken kreisen in irgendeiner Form ständig um die Arbeit.

Es kann passieren, dass er nachts plötzlich aufschreckt, weil er so realitätsnah träumt, dass er meint, er sei auf der Arbeit. Es besteht sogar die Gefahr, dass sich ein Burnout und/oder eine Erschöpfung oder sogar Depression entwickeln kann.

Bei ADSlern geht es meistens in die Richtung, dass sie diese beginnende Stimmung zwar spüren (Stichwort: Hypersensibilität), diese aber nicht wahrhaben wollen, oder verstecken oder mit anderen Aktivitäten zudecken (sich in „Kleinigkeiten“ verlieren, Sport, Reisen, Partys, noch mehr Arbeit usw.). Es ist klar, dass das auch nicht spurlos an den Arbeits- oder Schulkollegen vorbei geht.

Arbeits- oder Schulkollegen

Das große Problem dabei ist, dass ADSler diese Dinge vor sich herschieben. Ein ADSler weicht nicht wirklich der Arbeit aus, er weiß nur einfach nicht, wie er die Zeit, die Informationen oder Projekte, mit denen er zu tun hat, in den Griff kriegen soll.

Und ein weiterer erschwerender Faktor kommt noch dazu. Je mehr Druck auf ihn ausgeübt wird, desto mehr hat er ein Blackout, traut sich umso weniger jemand um Hilfe zu bitten bzw. mit seinen Kollegen und/oder Chef „Klartext“ zu reden.

Je weniger er sich traut, desto mehr Druck wird ausgeübt, desto verärgerter reagieren die Kollegen usw. Ein Teufelskreis ohne Ende, der entweder mit einer Kündigung endet, mit sehr vielen Krankheitstagen, oder auch „nur“ Verwarnungen seitens des Abteilungsleiters oder Chefs.

Reaktion und Ergebnis

Anstatt gelassen zu reagieren, wird der ADSler wütend. Eigentlich mehr über sich selber, aber andererseits auch darüber, dass er „ertappt“ worden ist. Statt also dankbar auf Hilfe zu reagieren, versucht er sich wütend zu verteidigen.

Fazit:

Es ist sehr schwer, hier eine allgemein gültige Regel zu finden. Vieles hängt von der persönlichen Einstellung, seinem Selbstbewusstsein, Kindheit, Erlebten usw. ab.

ADSler zu sein, ist wirklich sehr schwer!

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