Handwerkliche Arbeiten

Der aufmerksame und an ADHS interessierte Leser mag sich beim Lesen fragen, was ADS/ADHS mit dem Handwerk oder den handwerklichen Fähigkeiten zu tun hat.

Es hat SEHR viel damit zu tun. Viele ADSler arbeiten sehr gerne manuell/handwerklich, weil sie sehr schnell einen Erfolg ihrer Arbeiten sehen und ihren Fähigkeiten freien Lauf lassen können.

Aller Anfang ist schwer

Es erfordert allerdings sehr viel Einfühlungsvermögen und Geduld seitens des Ausbildners für einen ADSler den richtigen Faden und Gespür zu finden. Schafft er das, dann hat er einen guten Lehrling oder Arbeiter gefunden.

Leider machen hier – so wie das bei mir der Fall war – nicht wenige sehr viel Fehler. Sie sind ungeduldig, zeigen kaum oder nur sehr wenig Verständnis und drängen auf schnelle Arbeiten, was bei einem ADSler nicht in dieser Form funktioniert.

Ich habe zwar meine Ausbildung als Schreiner fertig gemacht, aber nicht sehr lange in diesem wirklich schönen Beruf gearbeitet. Jahrelang war ich in anderen Berufen tätig und erst seit dem Hausbau habe ich wieder damit angefangen, mich für dieses Thema zu interessieren.

Welchen Beruf erlernen?

ADSler haben verschiedene Möglichkeiten, einen Beruf zu erlernen. Absolut wichtig ist es, sich VORHER lange und intensiv Gedanken zu machen. WAS man lernen bzw. in WELCHEM Beruf man arbeiten möchte und so weiter.

Was dem einen zu viel und zu stressig bzw. körperlich zu anstrengend ist, mag für den anderen überhaupt kein Problem sein. Ist man sich als ADSler NICHT SICHER, was man tun sollte oder welche Ausbildung man erlernen sollte, gibt es immer noch die Möglichkeit für ein paar Tage oder Wochen zu schnuppern.

Deshalb ist es SEHR WICHTIG, sich VORHER genau darüber Gedanken zu machen, ob man eine bestimmte Ausbildung wünscht oder nicht! Ist man noch im jugendlichen Alter, hängen die Entscheidungen (leider) sehr oft von den Eltern ab, die unter Umständen gar nicht erkannt haben, dass ihr Kind ADSLer ist und vielleicht sogar ihre eigenen, nicht erfüllten (Berufs)Wünsche in das Kind hinein projizieren.

Es gelingt vielen ADSlern zwar, sich irgendwie (finanziell) über Wasser zu halten, aber richtig glücklich – was die berufliche Ausbildung und Arbeit betrifft – sind sie oft nicht. Hier sollten Eltern sich sehr viele Gedanken machen und viele Gespräche mit ihrem Kind und mit einem guten Arzt, der sich in Sachen ADS auskennt, führen.