Vollwertkost und der Anfang
In den 1980ern begannen meine Frau und ich uns für vollwertige Ernährung zu interessieren. Wir hatten beide gesundheitliche Probleme und suchten nach einer Lösung ohne regelmässige Einnahme von Medikamenten.
Bald stießen wir auf den Begriff „Vollwertkost“ mit dem wir nichts anfangen konnten. Es wurde aber so interessant, dass ich das Diplom als Ernährungsberater machte.

Ein Punkt, der uns überraschte war der Geschmack. Es brauchte schon etwas Zeit sich an den vollwertigen Geschmack zu gewöhnen. Vollwertkost muss auch nicht unbedingt fleischlos sein. Fleisch sollte aber „nur“ als Beilage gelten. Nicht mehr als 3-500g pro Woche. Hier ein paar Ideen von Dr. Fleck
Weil wir beide berufstätig waren, haben wir Anfangs Bio-Fertiggerichte gekauft. Einiges entsprach aber nicht ganz unseren Erwartungen. Und preislich lagen sehr viele auf einem hohem Level!
Allergische Reaktionen, die sich mit der Zeit ergaben, konnten wir nicht richtig deuten. Wir mussten das mit unserem Arzt abklären. Dabei stellte sich heraus, dass wir unter Unverträglichkeiten zu leiden hatten. Auslöser waren u.a. auch die Inhaltsstoffe die wir auf der Verpackung entdeckten. (Stichwort: Histamin– und Laktose-Intoleranz). Weitere Infos: Unverträglichkeiten
Irgendwann sind wir dann auf die Idee gekommen, Bauern in unserer Gegend zu kontaktieren. Mit der Zeit entwickelte sich mehr und mehr das Thema biologisches Gemüse und Obst. Und wir sprachen auch mit Anderen, die schon mehr Erfahrung auf diesem Gebiet hatten.
Auf Empfehlung unseres Naturarztes haben wir uns mehrere Monate vegan ernährt. Das Ergebnis war, dass sich unsere Ernährung was Fleisch essen betrifft, auf etwa 5-10% reduzierte. Das machen wir heute noch!
Zeit für Kochen und…
- Was selbst herstellen
- Arbeit Pause / Hin- / Rückfahrt
- Essen vorbereiten
- Umstellung des Lebens
- Lebensmittel Qualität
- Haltbarkeit / Lagerung
- Reaktionen / Allergien / Verträglichkeit
- Kosten
Es begann eine lange Suche und neue Ära, die auch von Misserfolgen gekrönt war! Die schwierigsten Punkte waren die ersten 3!
Und beim Punkt 2 (Zeit) mussten wir ja einplanen, dass wir zwei Fahrten hatten: eine zu uns nach Hause und Essen vorbereiten. Die andere wieder zur Arbeit. Vom Saubermachen der Küche gar nicht zu reden.
So kamen wir zu der Überlegung (Punkt 3), dass wir am Abend vorher schon etwas vorbereiten könnten. Während der Arbeitswoche haben wir uns deshalb auf schnelle Gerichte konzentriert.
Irgendwann kamen wir drauf (Punkt 4), dass es vorteilhafter wäre sein Leben komplett umzustellen. Auch bei den anderen Punkten (5-8) mussten wir lernen. Warum? Weil uns die Erfahrung fehlte.
Was uns besonders zu schaffen machte (Punkt 7), waren die Unverträglichkeiten. Zum Glück kannten wir, ausser unserem Hausarzt, auch eine gute Naturärztin, die uns mit vielen Tipps und Infos zur Verfügung stand.
Fazit und Lernprozess
Nicht, dass ein falscher Eindruck über Vollwertkost entsteht. Jemand hat starke Reaktionen (so wie wir) und ein anderer gar keine oder nur wenige, die noch nicht einmal wahrgenommen werden. Sie können aber vorkommen.
Es ist deshalb wichtig, sich gut zu informieren und eventuelle Reaktionen abzuklären. Am besten kann man das bei seinem Arzt oder bei einem Ernährungsberater.
Was wir noch gelernt haben: Nicht gleich komplett auf Vollwertkost und „alles-selber-machen-wollen“ umsteigen.
Es braucht Zeit, Geduld und vor allem Routine und Erfahrung, die man erst lernen muss sowie eine Umstellung seiner Denk- und Lebensweise.
Und vieles spielt sich – besonders beim „neuen“ Geschmack – im Kopf ab.
