Der Anfang

Im Januar 2006 erfuhr ich, dass ich ADSler bin. In diesen Minuten mein Leben wie in einem Film an mir vorbei. Es war wie ein beginnendes Gewitter, welches sich drohend aufbaute, aber im Nachhinein befreiend war.

Alle Erinnerungen bzw. Erlebnisse in meiner Kindheit, meiner Jugend, während meiner Ausbildung, meiner Arbeit, die ganzen Schwierigkeiten und Probleme, die unendlich ermüdenden Diskussionen zogen an mir vorbei.

Endlich verstand ich die Reaktionen von all den Personen, die in meinem Umfeld waren. Auch meine eigenen Reaktionen wurden verständlicher.

Ein sehr gutes empfehlenswertes Buch, welches ich gelesen habe, ist:

ADS IM JOB“ Lynn Weiss (Brendow Verlag) ISBN Nr. 978-3-87067-994-1

Auszug Seite 15:

Ich werde nicht versuchen, Ihnen einzureden, es wäre ganz und gar wunderbar oder alles Freude und Eierkuchen, wenn man „ADS-verdrahtet“ ist. Die Wahrheit ist – und Sie und ich wissen das aus eigener Erfahrung – , dass ADS-Züge einen in Schwierigkeiten bringen können. Aber das bedeutet nicht, dass mit Ihnen etwas nicht stimmt!

Es bedeutet lediglich, dass die Art und Weise, wie Sie verdrahtet sind, unter Umständen nicht sehr gut zu den Anforderungen einer bestimmten Situation passt. Die ADS-Züge, die Ihnen Probleme bereiten, werden sich am Arbeitsplatz rasch zeigen. Vielleicht haben sie einfach den falschen Job oder Ihre Vorgesetzten wissen nicht, wie sie mit Ihnen zusammenarbeiten müssen, um Ihre Fähigkeiten am besten zu nutzen“. Egal, ob sie ganz und gar ADS sind oder nur ein paar ADS-Züge haben, Sie müssen an den ADS-Zügen, die Sie haben, arbeiten.

Ziel dabei ist es nicht so sehr, diese Züge zu verändern, sondern sich bewusst zu machen, welche Auswirkungen sie auf Sie selbst und andere Menschen in Ihrer Umgebung haben. Wenn Ihnen diese Verhaltensweisen stärker bewusst werden, können Sie entscheiden, wie Sie damit umgehen wollen.

Sie können entweder daran arbeiten, einen Zug zu verändern, oder Sie können sich selbst und anderen helfen, besser damit leben zu lernen. ….es bedeutet, dass Sie lernen müssen, Ihre Bedürfnisse zu identifizieren und zu berücksichtigen, damit Sie am Arbeitsplatz produktiv und erfolgreich sein können. ENDE DES ZITATS.

HINWEIS in eigener Sache:

Es ist interessant, dass Lynn nicht schreibt, man hat ADS, sondern sie schreibt, dass man ADSler ist! Je besser man sich kennen lernt und analysiert, desto mehr ist das Verständnis FÜREINANDER. Auch der ADSler muss verstehen, dass sein Gegenüber einen komplett anderen Blickwinkel haben kann, als er – was in den MEISTEN Fällen so ist!!!

Was Lynn hier schreibt, habe ich jahrelang selbst am eigenen Leib erlebt, ohne zu verstehen, WARUM das so ist. Ich habe nächtelang über die erlebten Geschehnisse gegrübelt und versucht sie zu analysieren. Ich bin während all den Jahren zu keinem Ergebnis gekommen und habe schlussendlich die „Schuld“ bei mir gesucht.

Ein weiterer Aspekt:

Alles drehte sich im Kreis, der sich enger und enger um mich zog. Bis auf den besagten Samstag im Januar. An diesem Tag veränderte sich mein Leben komplett.

Alles blieb gleich, nur für mich entstand eine völlig neue Sichtweise. Ich hatte das Gefühl ich stand auf einer anderen Seite und konnte plötzlich alles sehen, erklären und begreifen! Für mich war dieser Tag wie eine Kerze, die in der Dunkelheit angezündet wurde.