Aktuelle Situation

Anerkennung und Wertschätzung

Ein Phänomen, dass sich seit meiner Kindheit erfahre. Damals wusste ich noch nichts von ADHS und den damit verbundenen Reaktionen. Und sehr oft sind sie einem gar nicht bewusst.

Erst mit dem fortschreitenden Alter bemerkt man es. Ein ADSler kann tun, lassen oder sagen, was er will und trotzdem glauben ihm sehr viele Menschen nicht. Es liegt zum Teil auch an ihm selbst. Ein ADSler neigt in seiner oft überbordenden Emotionalität und Begeisterung zu Übertreibungen, was sich auch in seiner Gestik und seiner Stimme niederschlägt.

Wenn ein ADSler von etwas begeistert ist und es mitteilen möchte, sprudelt es förmlich aus ihm heraus. Je nach Typus entsteht eine Art „Übertreibungs-Vakuum„. Der Gesprächspartner beginnt bei der oft sehr emotionalen Beschreibung am Wahrheitsgehalt zu zweifeln. Und je mehr der ADSler sich in seiner Begeisterung hinein manövriert, desto mehr entsteht das Gefühl, das Ganze stimme irgendwie nicht bzw. könne gar nicht stimmen.

Die meisten ADSler sind sehr sensibel und merken sehr schnell, was sich zwischen „Himmel und Erde“ abspielt. Was macht er also? Er „erfindet“ bzw. erzählt von Kollegen/Freunden/Bekannten, die genau das gesagt, erzählt oder getan haben.

Wissen ist Macht, nichts wissen, macht auch nix!

ADSler haben ein RIESEN Schatz an Wissen und/oder Fertigkeiten, weil sie sich für (fast) alles interessieren. Und sie haben ein großes Bedürfnis dieses Wissen anderen mitzuteilen. Was aber meist dazu führt, dass es den Anderen nicht oder nur wenig interessiert. Oder zu einer unpassenden Zeit erzählt oder vorgeführt wird.

Das Paradoxon und seine Wirkung

In Gesprächen entsteht sehr oft eine paradoxe Situation. Der ADSler gilt als rechthaberisch, Wichtigtuer usw. was ihm innerlich sehr weh tut. Das Resultat? ADSler ziehen sich entweder zurück und gelten dann schnell mal als „skurril“ „eigenbrötlerisch„, „verschroben„, „stur“ usw.

Fazit: Nord- oder Südpol?

ADSLer polarisieren! Entweder man ist für ihn oder gegen ihn. Es gibt kein Mittelding! ADSlers machen sich auch oft um Dinge Sorgen, die andere nicht so “eng” sehen, oder können herannahende Unglücke “fühlen”, wo andere noch in schönster „Partylaune“ sind und kein Gespür dafür haben.

Möglicherweise hätte man es als ADSler einfacher im Leben, wenn man KEIN ADSLer wäre. Andererseits wäre man aber auch nicht so intensiv durch das Leben gegangen.

Rhetorische Frage: gehen „andere“ auch so intensiv durchs Leben?